Geplanter Radweg in der Trierer Ostallee: Haben die Verantwortlichen ein Rad ab?
Das fragen sich seit einigen Tagen viele Trierer, die die geplante Schliessung der Aral-Tankstelle in der Trierer Ostallee kommentieren. Denn hier, so die Planung der Stadt, soll ein Radweg entstehen – der nicht nur ins Nirgendwo führt, sondern weitere Steuergelder der Stadt Trier verschlingt, die diese garnicht hat. Wo man sonst noch Strassen mit Geld pflastert, damit beschäftigt sich dieser Artikel.
Ein “Platz zum Verweilen”: 288.000 Euro hinter dem Dom “verbuddelt”
Trier ist eine schöne Stadt, unbestritten. Mit dem Palastgarten, Nells Park und einigen anderen Plätzen bietet Trier auch viele Möglichkeiten für ein innerstädtisches Verweilen vor mancher Sehenswürdigkeit. Leider reicht das dem Baudezernat nicht, und so wird und wurde hinter dem Dom fleissig gebuddelt und umgebaut. Ein “Platz zum Verweilen”, der schlappe 1,36 Millionen Euro kostet und zur Heilig-Rock-Wallfahrt in Trier eben zum “Verweilen” einladen soll. Die leere Stadtkasse wurde dafür mit 288.000 Euro belastet (Rathauszeitung 05/2010). Dass sich kaum ein Tourist hinter den Dom verirrt und dort auch noch verweilen möchte, wurde scheinbar nicht bedacht. Aber man könnte den geplanten neuen Radweg von der Ostallee vorbei an den ansässigen Gymnasien zum Platz “Hinter dem Dom” führen, damit dort wenigstens die Radfahrer verweilen.
Bürgerhaushalt online: 50000 Euro für moderiertes Forum
Trier soll demokratischer werden – ein guter Ansatz, wenn man nicht eben dafür mit Steuergeldern um sich werfen würde. Der Ausbau des Onlineportals “Bürgerhaushalt Trier” zumindest hat die Bürger etwas ärmer gemacht. Alleine der Bund hat 50.000 Euro für den Ausbau des Forums – denn mehr ist es eigentlich nicht – als Bezuschussung bewilligt, was die einfache Online-Plattform letztendlich gekostet hat, bleibt offen.
Fast alle Funktionen die der Bürgerhaushalt bietet, sind als kostenlose OpenSource-Lösungen erhältlich, lediglich das Design sollte natürlich angepasst werden. Fragt man ein hiesiges IT-Unternehmen nach den Kosten der Realisierung eines solchen Portals, liegt der Preis meist zwischen 500 und 2500 Euro. Ein Tip für die Verantwortlichen: Ausschreibungsplattformen wie “MyHammer” oder “Blauarbeit” bieten hervorragende Möglichkeiten, sich einen Preisüberblick zu verschaffen – detailliert und aufschlussreich.
Und nun die Aral-Tankstelle in Trier-Ost, ein echter Clou:
Damit ein Radweg dort entstehen kann, wo jetzt die Steuereinnahmen für die Stadt sprudeln, muss die Tankstelle komplett abgerissen werden. Und natürlich sind unterirdisch einige Tanks verbaut, die ebenfalls fachmännisch entsorgt werden müssen. Hinzu käme die Sanierung und Bepflanzung der durch den Abriss geschaffenen Freifläche, gefolgt vom Aufbau eines Radweges. Die Instandhaltung und Pflege der Grünanlagen und des Radweges kosten ebenfalls Steuergelder. Wegfallende Einnahmen für Stadt und Staat:
- Pacht
- Gewerbesteuer
- Mineralölsteuer
- Sozialabgaben
Nicht kalkulierbar sind zusätzliche Kosten die gegebenenfalls durch Arbeitslosigkeit der derzeit beschäftigten Tankstellen-Mitarbeiter entstehen. Vor dem Hintergrund der sehr angespannten Haushaltslage, die zur Verabschiedung des Haushalts durch den Stadtrat erstmals in der Geschichte der Stadt Trier zwei Abstimmungen erforderte, sollte man annehmen dass gespart würde – doch gespart wird vor allem bei der Erneuerung der Strassenbeläge in vielen Strassen Triers.
Und sei unser Oberbürgermeister noch so fahrradbegeistert: Selbst der “Allgemeine Deutsche Fahrrad Club” (ADFC) sieht an dieser Stelle keinen Bedarf für einen Radweg – denn dieser würde im Nichts beginnen und im Nirvana enden. Von keiner Seite des Radweges gibt es einen angrenzenden Fahrradweg…
Gesucht: Wo werden in Trier sonst noch Steuergelder sinnlos ausgegeben?
Wir freuen uns über Kommentare!
Ob Aral Ostalle, Platz hinter dem Dom oder Bürgerhaushalt Trier: Selten wurden unsinnigere Investitionen getätigt und Steuergelder dermassen verschwendet.
Triers bekanntester Tattoo-Rapper Lownien mit neuem Video
Vor einiger Zeit stellten wir an dieser Stelle bereits “Aus Brooklyn nach Trier” vor, ein Gemeinschaftsprojekt von Oliver Lonien aka “Lownien” und Freddy Madball, nun folgt ein neues Video: Das “Tattoolied” ist ab sofort in Youtube online und wird in Kürze als Teil einer Free EP zum Download angeboten. Der aus Trier stammende Tättowierer, den viele aus der DMAX TV-Dokumentation “Eine Familie sticht zu” kennen dürften, wurde beim Video von Raf Camora supportet. Das Video entstand zum großen Teil in Berlin, aber als echter Trierer fährt Oliver Lonien im Video natürlich ein Auto mit Trierer Kennzeichen.
In der aktuellen BRAVO-Hiphop erschien ein Artikel über den Trierer, in dem unter anderem auch das Video kurz vorgestellt wird. Video und der Song sind, wie sollte es auch anders sein, natürlich dem Thema “Tattoo” gewidmet.
Wer mit dem Gedanken spielt, sich ein solches stechen zu lassen, der sollte vielleicht mal bei Oliver Low-nien in Trier vorbei schauen: www.lonien-online.de
Lownien – Tattoolied
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