Antike · UNESCO-Welterbe
Amphitheater Trier
Trier-Sued · ab 4 € · Apr-Sep 9-18, Mar/Okt 9-17, Nov-Feb 9-16

Das Trierer Amphitheater entstand um 100 n. Chr. fuer rund 20.000 Zuschauer. Erhalten sind die Tribuenenboeschungen und die unterirdischen Keller mit Hebebuehnen, durch die Gladiatoren und Tiere in die Arena gelangten. Jeden Sommer Spielort der Antikenfestspiele.
Beim Bau im 2. Jahrhundert nach Christus nutzten die römischen Baumeister geschickt die natürliche Hanglage am Petrisberg: Ein Teil der Zuschauerränge wurde direkt in den Fels gehauen, der Rest auf aufgeschüttetem Erdwall errichtet. Die eigentliche Arena maß rund 75 Meter in der Länge und 50 Meter in der Breite. Unter dem Arenaboden lag ein System aus Gängen und Kammern, in denen Tiere und Gladiatoren vor ihrem Auftritt warteten. Über eine zentrale Bodenöffnung mit Hebemechanismus ließen sich Tiere und Kulissen wirkungsvoll in die Arena befördern.
Ein Veranstaltungstag folgte einem festen Ablauf: Am Vormittag standen Tierhetzen auf dem Programm, mittags Hinrichtungen, und am Nachmittag bildeten die Gladiatorenkämpfe den Höhepunkt. Dabei traten unterschiedliche Kämpfertypen gegeneinander an, etwa der schwer gepanzerte Murmillo mit großem Rechteckschild oder der nur mit Netz und Dreizack ausgerüstete Retiarius. Solche Spiele dienten nicht allein der Unterhaltung, sondern demonstrierten römische Macht und festigten die soziale Ordnung.
Nach dem Ende der römischen Herrschaft verfiel das Amphitheater und wurde über Jahrhunderte als Steinbruch ausgebeutet. Erst ab 1816 begannen systematische Ausgrabungen, weitere folgten 1846, und in den 1930er Jahren wurde die Anlage umfassend freigelegt und gesichert. Heute zählt das Amphitheater als Teil der römischen Baudenkmäler Triers zum UNESCO-Welterbe und gehört zu den besterhaltenen Bauten dieser Art nördlich der Alpen.
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